| Kalender-Impulse - August 2010 |
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| Ja, ich gebe es zu, ich habe eine Schwäche für Wortspiele. Der Bibelspruch „Meine Seele hängt an dir“ passte auf den ersten Blick einfach perfekt zum Kalender-Bild: Wie die Wäscheklammern an der Wäscheleine hängen, so hängt meine Seele an Gott. Mittlerweile sehe ich aber etwas mehr. Oder besser gesagt: Mir ist aufgefallen, dass ich etwas nicht sehe. Im August – bei traditionellen Wetterverhältnissen ein Sommermonat – sieht man blauen Himmel, Sonnenschein, eine Wäscheleine und ein paar Wäscheklammern. Aber: Man sieht auf dem Bild keine zum Trocknen aufgehängte Wäsche. Und da fängt die eigentliche Verbindung zwischen Bibeltext und Bild an, die uns weiterführt. Wenn ich wirklich an Gott „hänge“, dann sollte ich mir ein Beispiel an der Wäscheklammer nehmen. Sie hängt nicht einfach so an der Leine. Die Wäscheklammer heißt Wäscheklammer, weil sie Wäsche an eine Leine klammern soll. Das ist ihre ureigene Aufgabe, der Sinn ihres Klammerns. Wenn sie das nicht tut, sieht sie vielleicht schön aus (wie auf dem Bild). Vielleicht wäre es auch einfacher für sie und machte ihr mehr Spaß. Aber eigentlich wäre sie dann überflüssig und bloßer Ballast und täte nichts als klammern. Wenn Gott – im Bild gesprochen – die „Wäscheleine“ ist, an der ich hänge, dann habe ich dieselbe Aufgabe wie eine Wäscheklammer: Ich soll auch andere an dieser Leine festzumachen versuchen. Niemand kann nur für sich selbst Christ sein. Immer bin ich Christ auch für andere. Indem ich mich bemühe, Menschen auf Gott, meinen Halt, hinzuweisen. Indem ich mein Leben an Gott, dem Licht meines Lebens, ausrichte und so für andere ein Beispiel bin. Oder auch indem ich im Gebet für andere eintrete, die ihre Verbindung zu Gott verloren haben. Daran erinnern mich die Wäscheklammern in diesem Monat – und vermutlich auch darüber hinaus. Foto: Sarah Ultes Text: Holger Rehländer |
| Kalender-Impulse - Juli 2010 |
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| "Es läuft wie geschmiert" – eigentlich schön, wenn ich das sagen kann. Denn es bedeutet, dass mir momentan die Dinge leicht von der Hand gehen und dass mir gelingt, was ich anpacke. Dass vielleicht viele verschiedene Umstände und Zuarbeiten so zusammenpassen, dass sie wie ein System von Zahnrädern ineinandergreifen.
Dann muss ich auch gar nicht verstehen, wie das alles im Detail funktioniert, sondern kann mich daran freuen, dass es funktioniert. So ergeht es mir auch mit dem Bild dieses Monats. Die Teile (laut Aussage der Fotografin ein Blick hinter die Verkleidung eines alten ostdeutschen Autos) scheinen aufeinander abgestimmt zu sein, und vermutlich funktioniert ihr "Zusammenspiel". Unabhängig davon, ob ich weiß, wie.
Das genauere Hinsehen (dafür steht vielleicht die mit abgebildete Brille) zeigt mir aber noch einen anderen Aspekt: Damit der Mechanismus funktioniert "wie geschmiert", muss er eben auch "geschmiert" sein – das entsprechende Fett ist zu erkennen und führt dazu, dass ich mir buchstäblich die Finger schmutzig mache, wenn ich ihn anfasse... Auf diesem Hintergrund weitet sich auch mein Verständnis des Psalmverses, der unter diesem Bild steht: "Zu jeder Zeit glückt ihm sein Tun" (Ps 10,5) – das hat dann nichts mit Zauberei und einem beneidenswerten Glückspilz zu tun, dem alles in den Schoß fällt oder zu fallen scheint, sondern auch mit Mühe, Schweiß und vielleicht auch schmutzigen Händen. Und es wirft die Frage auf, wann ich mein Tun als geglückt empfinde oder wann es als geglückt zu bezeichnen ist. Wer bewertet das eigentlich?? Foto: Sarah Ultes Text: Elisabeth Meuser |
| Kalender-Impulse - Juni 2010 |
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| Auch wenn man das in der aktuellen Großwetterlage hin und wieder vergessen kann:
Das, was ihr auf dem Kalenderbild im Juni seht, das ist der blaue Himmel. Ohne Regenwolken und ohne Donnerwetter.
Und dazu die bunten Bälle, die in der Luft zu schweben scheinen und die drei Jonglierer, die sie am Schweben halten – sie stehen übrigens gerade in Sydney auf dem Platz, wo kurze Zeit später der Abschlussgottesdienst zum Weltjugendtag 2008 gefeiert werden soll.
Für mich ist das ein perfektes Bild für die Freiheit. Und auch für die Frage, was es mit Freiheit auf sich hat. Sind die Jonglierbälle wirklich frei? Oder werden sie nicht eigentlich in einer sehr festgefügten Ordnung gehalten und in die Luft geworfen? Ist die Freiheit „über den Wolken“ tatsächlich grenzenlos, wie Reinhard Mey singt, oder kann man nicht auch von dort aus den Wolken ins Bodenlose fallen? Gibt es die totale Freiheit überhaupt? Und wenn ja: Wollen wir das? In den letzten Wochen ist ein Satz von Janis Joplin mir immer wieder begegnet: „Freedom is just another word for nothing left to lose.“ Vielleicht kann man ihn etwas umformulieren: „Freiheit bedeutet, keine Angst davor haben zu müssen, etwas zu verlieren.“ Damit kommt es dem Bibelspruch aus dem Galaterbrief nämlich etwas näher – und den Jonglierbällen auch. Wenn ich so ein Jonglierball wäre, würde ich mich wirklich frei fühlen. Ich würde wahrnehmen, wie ich durch die Luft schwebe und immer mal wieder gefangen und geworfen werde. Von der Flugbahn, die der Jonglierer im Kopf hat, wüsste ich nichts. Auch könnte ich nicht vorhersagen, wer mich als nächstes auffangen und wo er mich hinwerfen wird. Aber ich hätte immer wieder zwischendurch das Gefühl, völlig frei zu schweben und diese Freiheit genießen zu können. Und ich würde aus eigener Erfahrung wissen, dass ich immer wieder aufgehoben werde, wenn ich mal runterfalle und im Dreck lande, wenn der Wind mich aus meiner Bahn hebt. Meiner Meinung nach ist das genau die Freiheit, zu der uns Christus befreit hat. Wir dürfen es hin und wieder genießen, wie auf Wolken zu schweben. Wir können darauf vertrauen, immer wieder aufgehoben zu werden, wenn es bergab geht. Und – obwohl wird das nicht immer sehen können – wir können darauf hoffen, dass dieses ganze Hin und Her einen Sinn hat. Und dass Gott es ist, der uns wirft und fängt, der uns diese Freiheit schenkt. Und - Gott sei Dank - sind wir noch mehr als diese Jonglierbälle. Unsere Freiheit erlaubt es uns nämlich, immer mal wieder die Flugbahn selber zu bestimmen und auch neue Wege auszuprobieren. Und dann können wir gespannt sein, ob wir wieder aufgefangen und in neue Richtungen geworfen werde. Und falls nicht, dann kann ich zumindest darauf hoffen, wieder aufgehoben zu werden und eine neue Chance zu bekommen, los zu fliegen. Ich glaube, wir können Gott dankbar sein für diese Freiheit, die er uns geschenkt hat. Und uns darüber freuen, dass er uns die Möglichkeit gegeben hat, sie anzunehmen und kreativ zu gestalten und mir bei aller Freiheit die Sicherheit gibt, mich immer wieder aufzufangen und bei ihm gut aufgehoben zu sein. Text: Holger Rehländer Bild: Martin Plewa |
| Kalender-Impulse - Mai 2010 |
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| Wie oft ärgere ich mich über Kleinigkeiten. Ich verpasse knapp die Grünphase an der Ampel - und bin genervt, dass ich jetzt bei Rot warten muss. Ich bin schlecht drauf, weil ich auf jemanden zu lange warten muss. Oder ich höre mir die CD der letzten SommerSingeWoche an, und ärgere mich über die Misstöne, die ich selber am Klavier verursacht habe. Immer wieder erlebe ich solche kleinen Ärgermomente. Und manchmal geht das dann noch weiter. Dann ärgere ich mich nämlich darüber, dass ich mich ärgere. Denn dadurch gebe ich einer Sache, einer Situation, einer Kleinigkeit einen viel größeren Wert, als sie eigentlich hat. Ich mache aus der Mücke zwar vielleicht noch keinen Elefanten, aber zumindest eine Hummel. Und auch das müsste nicht sein. Das Kalenderbild für den Mai versucht genau den umgekehrten Weg. Man sieht Wasser und Gras. Sonst nichts. Aber das dafür ganz groß. Es ist eigentlich eine Kleinigkeit. Grashalme und Wassertropfen kann man sich jeden Morgen neu angucken. Aber gemacht habe ich das noch nie. Ich ärgere mich höchstens darüber, dass meine Schuhe wieder nass sind, wenn ich über die schlecht gemähte Wiese laufe. Dabei lohnt es sich eigentlich, etwas genauer hinzuschauen: Die Wassertropfen liegen wie Perlen auf den Halmen. Wie eine Lupe vergrößern sie ihre Umgebung und reflektieren das Sonnenlicht. Wenn man sich dieses Bild anschaut, kann man schon ins Staunen geraten: „Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr, Gott und Herrscher über die ganze Schöpfung.“ (Offb 15,3) Ich wünsche mir - und euch - für diesen Monat, etwas weniger Ärger über negative Kleinigkeiten und etwas mehr Staunen über die kleinen Freuden des Alltags. Denn Gründe hierfür gibt es genug. Man muss nur genau hinschauen. Text: Elisabeth Meuser, Holger Rehländer Bild: Sarah Ultes |
| Kalender-Impulse - April 2010 |
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| Habt ihr schon angegrillt in diesem Jahr? Gibt es in eurer Gemeinde, in eurer Jugend, in eurer Familie dazu Traditionen? Bei manchen wird regelmäßig am 6. Januar angegrillt, bei anderen zu Ostern und andere verzichten aus Gesundheitsgründen lieber ganz aufs Grillen. Doch, zugegeben, mit dem Bild der etwas verschmutzten Grillzange auf dem ebenso dreckigen Grill wollten wir eigentlich gar nicht die Grillfrage stellen. Beim Aussuchen der Kalenderbilder stand dieses Bild ziemlich bald und ziemlich selbstverständlich für den Monat, der mit dem Gründonnerstag beginnt. Die Liturgie an diesem Tag - genau wie das Kalenderbild - macht uns nämlich zwei Dinge deutlich: Dass wir erstens dringend reinigungsbedürftig sind und dass wir zweitens dennoch immer wieder zum Festmahl Gottes eingeladen sind. Jesus hatte seine Jünger in die weite Welt geschickt, sie sollten sich den Mund fusslig reden und die Füße dreckig laufen um die Menschen von der Sache Gottes zu begeistern. Diese Wege, diese Aufgaben sind heute, am Tag vor Jesu Tod, erstmal zu Ende. Sie sitzen – vielleicht erschöpft, vielleicht ratlos, vielleicht noch ungewiss über die Zukunft – zusammen und wollen gemeinsam essen. Und nun wäscht Jesus ihnen die Füße – nicht nur weil sie eben dreckig sind. Er möchte seinen Jüngern damit sagen: Ihr habt euch bemüht, ihr seid eigentlich ziemlich weit gekommen mit euren Bemühungen. Aber perfekt seid ihr nicht. Perfekt seid ihr nur, wenn ihr mich an euch wirken lasst. Wenn wir erkennen, dass wir immer wieder neu reinigungs- und hilfsbedürftig sind, wenn wir Jesus an uns wirken lassen und ihm unsere dreckigen Füße hinhalten, dann können wir besser werden, als wir es von uns aus je sein könnten. Dann sind wir auch bereit für das himmlische Festmahl, das er uns bereitet hat und zu dem er uns alle einlädt. Ob es bei diesem Festmahl aber Grillgut geben wird, darüber schweigen die biblischen Texte. Text: Holger Rehländer Bild: Joseph Müller |
| Kalender-Impulse - März 2010 |
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Vor einigen Wochen habe ich in den Nachrichten vom neuen höchsten Haus der Welt in Dubai gehört. Mit viel Geld, viel architektonischem Know-How und viel Ehrgeiz wurde dieses Bauwerk in die Höhe gezogen, um deutlich zu machen: Wir wollen hoch hinaus. |
| Kalender-Impulse - Februar 2010 |
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| Würdest du dir so einen Zweig in eine Vase auf den Tisch stellen? Er ist trocken und hat nichts als Dornen zu bieten. Bei so einem Zweig tut schon das Hinschauen weh. Man spürt den Schmerz, die Verletzung - mit Schönheit hat das auf den ersten Blick wenig zu tun. Die Dornen an diesem Strauch sind so gut sichtbar, weil er gerade kahl ist. Kein Blatt verdeckt seine Wehrhaftigkeit – und mit diesen puren Dornen kann er einem Angst machen. Warum wohl hat dieser Strauch so spitze, scharfe Dornen? Welchen Sinn mögen sie haben? Noch dazu: Dieser Strauch steht in Israel, am Rande eines Weges, mitten in ehemaligem Kriegsgebiet, das noch heute aufgrund von eventuell dort verborgenen Landminen gesperrt ist. Herrliche Natur, wunderbare Landschaft und doch stehen überall Schilder „Vorsicht Landminen“. Und überall sind eben auch solche Dornensträucher. Und wenn ich dieses Foto anschaue, frage ich mich weiter: Kann denn aus einem solchen Dornenstrauch etwas Gutes werden? Welchen Nutzen hat er? Kann er wirklich auch Blätter und Blüten, ja sogar Früchte tragen? Momentan sieht er nicht danach aus – ich traue es ihm nicht zu. Aber urteile ich da nicht etwas vorschnell? "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen", mahnt das Matthäus-Evangelium – an ihren Früchten, nicht an ihren kahlen Ästen! Vielleicht braucht der Strauch noch etwas Zeit. Vielleicht ist es gerade die falsche Jahreszeit. Also abwarten, bis sich Blätter, Blüten und dann vielleicht Früchte zeigen? Es braucht Geduld, um die Forderung von Jesus umzusetzen. Auf andere Weise werde ich nie erfahren, was es mit diesem dornenreichen Strauch auf sich hat – ob und welche Früchte er vielleicht trägt. Und das könnte ein Bild sein für meinen Blick auf andere Menschen, auf Menschen, die mir vielleicht in der Vergangenheit Verletzungen zugefügt haben – und für die Geduld, die ich aufbringen sollte, um diese Menschen mit dem ganzen Reichtum ihrer Persönlichkeit in den Blick zu nehmen. So, wie es wichtig ist, den Dornenstrauch nicht allein von seinen Dornen her zu definieren, so möchte ich lernen, meine Mitmenschen nicht auf das Negative zu reduzieren, nur die Verletzungen zu sehen, die sie mir zugefügt haben – sondern offen sein für positive Überraschungen. Auch wenn dadurch die Dornen nicht verschwinden. Text: Elisabeth Meuser, Holger Rehländer Bild: Sabine Bley |
| Kalender-Impulse - Januar 2010 |
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| Es ist vermutlich einer der schönsten Momente eines jeden Winters: Man tritt am Morgen vor die Tür - und die Welt, wie man sie kannte, scheint über Nacht untergegangen zu sein, begraben in einem Meer aus Weiß. Wo sich gestern noch der Weg durch spärliche Überreste von Rasen zog, ist jetzt nur noch eine einzige gleißende Fläche, wo Stunden zuvor die Mülltonnen standen, heben sich bestenfalls ein paar unförmige Hügel ab und die Bäume - zuletzt kaum mehr als graue, blattlose Gerippe - erscheinen wie in Zuckerwatte getaucht. Ganz benommen steht man da vor lauter Helligkeit - bis einen die Kälte wieder zurück in die Wirklichkeit holt. So oder so ähnlich haben sicherlich viele schon den ersten Schnee erlebt, und passenderweise schmücken in diesem ersten Monat des neuen Jahres schneebedeckte Disteln das Kalenderblatt. Doch der Ausspruch zum Motiv hinterlässt einen faden Beigeschmack. An Liebe festhalten - ist das zeitgemäß? Wie soll man noch lieben können, wenn man verletzt worden ist? Wie sich so entblößen in einer Zeit, in der anscheinend zuallererst jeder sich selbst der Nächste ist? Was ist das Bild von der Liebe, die dem Schnee gleich sich über die Sünden legt, mehr als eine weitere müde Metapher einer müden Weltanschauung? Und tatsächlich scheint es leicht, hinter all den bunt blinkenden Fassaden sozialer Netzwerke, in immer schneller geschlossenen, immer rascher vergessenen Bekanntschaften so etwas Subtiles wie Liebe aus den Augen zu verlieren. Doch was bleibt dabei eigentlich auf der Strecke? Bildet die Liebe doch den Kern menschlichen Miteinanders. In ihr erkennen wir einander als jene an, die wir sind. Eine Winterlandschaft ohne ihren weißen Überzug ist kaum mehr als ein trübes, verwaschenes Abbild ihrer selbst, ganz ähnlich wie unser Leben ohne Liebe zu einer Art Gemeinschaft light, einem schalen Abklatsch wirklicher Freundschaften verkommt. „...die Liebe deckt viele Sünden zu“ kann hier auf die Einsicht hinweisen, dass all die Fehler und Schwächen unser Gegenüber erst zu dem Menschen machen, der er (oder sie) ist. Erst so wird echtes gegenseitiges Vertrauen möglich. Wie der Schnee tristen Landschaften ein ganz neues Gesicht geben kann, so verwandelt die Liebe unser Zusammenleben: wir gestehen dem Anderen sein Menschsein zu. Text: David Bayer, Holger Rehländer Bild: Sarah Ultes |
| Kalender-Impulse - Dezember 2009 |
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Ein paar Mal bin ich bereits danach gefragt worden: Wann kommt denn eigentlich der Kalender-Impuls für den Dezember? Oder ist die E-Mail irgendwie untergegangen? Und ich habe dann immer vertröstet: Jaja, der kommt bald, ich habe schon eine Idee, aber ich bin noch nicht zum Schreiben gekommen, ich brauche zum Schreiben etwas mehr Ruhe und die habe ich gerade leider nicht, aber das kommt bestimmt in den nächsten Tagen, warte einfach noch ein bisschen… |
| Kalender-Impulse - November 2009 |
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Vielleicht passiert ja nur mir so etwas. Hin und wieder übersehe ich Veränderungen. Da hat jemand eine neue Frisur und fragt mich: Na, was fällt dir auf? Oder: Da trägt jemand seit Wochen eine neue Brille und ich reagiere nicht darauf. |
| Kalender-Impulse - Oktober 2009 |
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Vor kurzem habe ich mich mal wieder mit meinem Navigationsgerät gestritten. „Bitte in 100 Metern - wenn möglich - wenden“ wurde mir in regelmäßigen Abständen vorgeschlagen. Ich aber, weil ich eigentlich wusste, wo ich lang will, habe diese Vorschläge ignoriert und bin einfach weiter gefahren. Erst einige Zeit später sah das Navigationsgerät ein, dass ich nicht mehr umzustimmen war und berechnete mir eine neue Route – zum selben Ziel wie vorher.
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| Kalender-Impulse - September 2009 |
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| Ein etwas eigenwilliges Kirchenfoto hat sich da in den Kalender geschlichen. Kirche im Umbau – die Sitzplätze sind zur Seite gerückt und aufgestapelt, damit freier Raum zum Renovieren und Gestalten zur Verfügung steht! Die Stühle an einem Platz zusammengerückt lassen mich etwas staunend dreinblicken: So viele stehen da normalerweise herum? Was fange ich mit solchen Stuhlstapeln an? Derart abgestellt, lassen sich diese kaum gebrauchen. Als bequeme Sitzmöbel taugen sie so nicht! Richtig aufgestellt, wäre die Situation da schon anders:
Und damit bleiben noch ein paar Fragen – nicht nur für den September 2009:
Bild: Joseph Müller |
| Kalender-Impulse - August 2009 |
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| Für die Schüler in Sachsen und Thüringen sind ja nun die Sommerferien unwiderruflich vorbei, und da stellen sich immer wieder die gleichen Fragen: Und, wie war’s? Was hast du gemacht? Was hast du erlebt? Und dann erzählen wir von tollen Begegnungen, von traumhaften Städten oder herrlicher Erholung am Strand, von Feiern und Partys, von guten Büchern oder beeindruckender Natur. Jeder kann da andere Geschichten erzählen. Aber was wäre, wenn man die Fragen mal anders stellt: Was hat Gott dir alles geschenkt? Müssten wir da auch anders antworten? Wovon würden wir dann erzählen? Beim Rückblick auf den Urlaub lohnt sich vielleicht auch einmal diese Perspektive. Vielleicht entdecken wir dann Erlebnisse, von denen wir sonst nicht so schnell erzählt hätten. Wir könnten von positiven Überraschungen berichten, von beeindruckenden Sonnenaufgängen, von atemberaubenden Kirchen, von toller Gemeinschaft oder vom Glück, sich geliebt zu fühlen. Vielleicht würden wir aber auch genau dieselben Geschichten erzählen wie bei der ersten Frage. Und wer diesen Blick einübt, der wird vermutlich feststellen: So wenig ist das gar nicht, für das wir Gott danken können! Mit den Geschenken Gottes ist es nämlich genau wie mit den Süßigkeiten aus St. Tropez, Frankreich, auf dem Kalenderbild im August. Sie erreichen uns in einer Fülle, die wir kaum fassen können. Selbst in Zeiten, in denen wir alles nur schwarz sehen, in denen es uns nicht gut geht, sind diese Geschenke da. Dann sehen sie zwar nicht so schön und farbenprächtig aus (so wie im Schwarz-Weiß-Bereich des Kalenderbildes), aber sie sind immer noch da. Vielleicht gelingt es uns ja, bei der Rückschau auf die Sommerferien unseren Blick etwas zu weiten und so etwas mehr von der Fülle der Geschenke Gottes wahrzunehmen. Text: Holger Rehländer Bild: Joseph Müller |
| Kalender-Impulse - Juli 2009 |
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Hat Gott Freizeit? |
| Wer los geht, der... Štóž so na puć poda, tón... |
| ... hat ein Ziel. | |
| Und wir gehen los! Und wir gehen unseren Weg. Und wir gehen ihn bis zum Ende. Und wir haben ein Ziel: das Ende des Weges. STOPP! ANHALTEN! Ist das Ziel unseres Weges wirklich ans Ende zu gelangen? Ist das Ziel unseres Lebens wirklich nur das Ende zu erreichen? Nein. Das ist falsch. Aber was ist dann unser Ziel? |
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Gedanken von Luise Binder aus Leipzig |
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| …der kann schon auf dem Weg einiges erleben. | |
| „Der Weg ist das Ziel“ Ein kluger Spruch, eine oberflächliche Metapher, eine sinnvolle Lebensweisheit, eine Vertröstung? Wir Menschen sind in unserer heutigen Zeit gewöhnt, nach Plänen zu arbeiten. Wir analysieren Voraussetzungen, Bedingungen, Teilschritte und Ziele. Erfolg wird daran gemessen, ob wir Ziele erreicht haben oder nicht. Erwartungen werden an der Realität abgeglichen. So zu denken ist gut. Es hilft, unser Leben zu strukturieren, Etappen zu beenden und neu zu beginnen, altes hinter einem zu lassen, für Neues motiviert aufzubrechen. Der „Weg“ scheint also nicht allein schon glücklich zu machen, sondern wir wollen Ziele erreichen und nicht auf einem Weg verbleiben. „Der Weg ist das Ziel“ also nur ein leerer Spruch? So wichtig ein Denken in Schritten für unser Leben ist, die wirklich wichtigen Dinge werden wir nicht von der Ziellinie aus betrachten können: Beziehungen und Freundschaften beginnen wir, ohne ein Ziel vor Augen zu haben. In Ehe und Familie wird der Anfang eines Weges gesetzt, den wir selbst nicht vollenden können. Tiefe Freude am Leben spüren wir nicht, wenn Ziele erreicht wurden. Sondern meist spontan und ohne Plan. Das wirklich Entscheidende passiert also auf einem Weg. Wahres Glück und dauerhafte Freude am Leben können auf einem Weg erlebt werden, dessen Ziel wir nicht kennen, sondern nur dessen Richtung wir erahnen können. Die Unsicherheit in unserem Leben können wir Gott anvertrauen und auf ihn als den Zielpunkt von allen erhoffen. Auch wenn unser Leben auf dieser Erde beendet sein wird. Das Ziel ist offen. Unser Glaube sagt: Die Richtung stimmt. Vertrauen wir darauf. Geht los. Johannes 10,10: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ |
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Gedanken von Benno Kretschmer aus Dresden |
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| ...nimmt nur das mit, was er wirklich zum Leben braucht. | |
| Nehmen wir mal an, du gehst los und müsstest alle Sachen mitnehmen, die du besitzt. Was hättest du in deinem Rucksack: - die Kleidung aus deinem Kleiderschrank - die Schuhe aus deinem Schuhschrank/-regal - die Bücher aus deinem Bücherregal - Hygieneartikel (angefangen bei der Zahnbürste, Zahnpasta über Handcreme, Deo bis hin zu vielen anderen Dingen) - einen Computer und/oder Fernseher und/oder Radio - ... - ... - ... - ... - ... Nimm dir für die anderen fünf Punkte (es können auch mehr sein) einmal fünf Minuten Zeit um sie für dich individuell zu bestimmen. Geh dazu vielleicht auch mal durch dein Zimmer und schau dich um, was da alles so herum steht und herum liegt. Wenn du deine persönliche Packliste vervollständigt hast, dann hast du ungefähr dein Reisegepäck. Das ist dein Rucksack, den du jeden Tag auf deinem Lebensweg mit dir herumschleppst. Und da sind Wasser und Lebensmittel noch nicht mal dabei. Schon verrückt, wie viel du besitzt und regelmäßig gebrauchst. Aber (ge-)brauchst du all diese Sachen wirklich regelmäßig? Brauchst du das alles überhaupt? Oder ginge es genau so gut oder sogar besser, wenn du auf einige deiner Sachen verzichten würdest? Jesus hat zu den Menschen, die ihm nachfolgen wollten, gesagt: Verkauf alles, dann folge mir nach. Warum verlangt Jesus so etwas? Ist es bloß ein Test oder steckt mehr dahinter? Denk mal darüber nach, und schau dir nun nochmal deine Packliste an und überlege, ob du wirklich bereit bist, deine Last jeden Tag zu tragen? Es liegt in deiner Hand, dir das Leben etwas leichter zu machen. Pack einfach mal etwas aus. Du wirst es nicht bereuen. |
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Gedanken von Maximilian Riedel aus Hohenstein-Ernstthal |
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| ...wagt den ersten Schritt. | |
| "Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt." (Chinesische Weisheit) Der erste Schritt kann oftmals auch der schwerste sein. ... was erwartet mich? ... wen treffe ich auf meinem Weg? ... habe ich genug Kraft, um durchzuhalten? ... werde ich mein Ziel überhaupt finden? Solche und viele andere Fragen geistern einem dabei durch den Kopf, ob es nun um eine geplante Reise oder gar den eigenen Lebensweg geht. Doch wenn ich nicht los gehe, nicht den ersten Schritt wage, kann ich auch nicht(s) (er)leben. Und egal wohin ich mich begebe, einer wird immer bei mir sein und mich (beg)leiten. ER wird den ersten Schritt zur Leichtigkeit machen, wenn wir IHM vertrauen. |
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Gedanken von Konstanze Richter aus Borna |
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| ... chce něšto změnić. | ... möchte etwas verändern. |
| Tón chce wšědnemu dnjej wućeknyć. Tón chce stare zwučenosće wotstajić a sej něšto noweho zwažić. Tón chce skónčnje něšto činić, štož je sej dołho hižo předewzał. Wšitcy smy žiwi we zwučenosćach. Tola tute přewinyć njeje lochko. Trjebamy za to nastork. Tutón nastork móže wot sebje samoho abo wot někoho druheho přinć. Dyrbju sej toho wědomy być, što mje myli a što chcu změnić… ...a potom wozmu sebi přećela a podam so cyle jednorje na puć. |
Der möchte dem Alltag entfliehen. Der möchte alte Gewohnheiten hinter sich lassen und einen neuen Schritt wagen. Der möchte endlich etwas anpacken, was er schon lange vor sich her geschoben hat. Wir alle leben in Gewohnheiten. Doch diese zu durchbrechen ist nicht leicht. Dazu bedarf es eines Anstoßes. Dieser Anstoß kann von mir oder von außen kommen. Ich muss mir bewusst werden, was mich stört, was ich verändern will… …und dann nehme ich mir einen Freund zur Seite und gehe einfach los. |
Gedanken von Andrea Koreng aus Panschwitz-Kuckau |
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| ...hat Sehnsucht. | |
| STOP! - innehalten - nachdenken - nachspüren - Wonach sehne ich mich? Habe ich (eine) Sehnsucht? Sehnsucht nach Beziehung? Sehnsucht nach der Weite der Berge? Sehnsucht nach Gott? Sehnsucht nach Ruhe? Sehnsucht nach Freundschaft? Sehnsucht nach einem guten Beruf? Sehnsucht nach… ? Und dann losgehen, sich dafür einsetzen, Entscheidungen treffen, um Hilfe bitten, alles geben, sich Zeit nehmen und seinen Weg gehen! GEHT LOS! |
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Gedanken von Christina Klaus, Bistumsjugendreferentin aus Dresden |
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| ...setzt sich in Bewegung. | |
| Ein altes Sprichwort sagt, man muss fahren um zu erfahren. Es tut gut, hin und wieder mal einfach aufzubrechen, so kann man die Perspektive wechseln und alles neu betrachten. Das gilt auch für unseren Glauben; durch einen neuen Aufbruch können wir neue Ansichten entwickeln und verloren geglaubtes wieder finden. Also: Geht los! |
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Gedanken von Steffen Hollmann aus Lugau |
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| ...sucht Antworten. | |
| „Wie läuft´s?“ fragen wir und wollen damit wissen, ob es in der Schule, im Studium vorangeht, oder wie es um eine Beziehung steht oder wie es jemandem geht.
„Wie läuft´s?“ fragen wir oft im Vorbeigehen, ohne, dass uns die Antwort wirklich interessiert, wie man eben fragt „Wie geht’s?“ oder „Alles klar?“ „Läuft alles super“, „Geht so“ oder „Alles schief gelaufen“ sind manchmal die Antworten. „Wie läuft´s?“, das können wir uns gegenseitig fragen, wenn wir aufbrechen, wenn wir miteinander nach Rosenthal laufen. Und seien wir gespannt auf die Antworten, die jeder, jede für sich findet und die wir gemeinsam finden! „Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt Meister - , wo wohnst Du? Er antwortete: Kommt und seht!“ (Joh 1,36-39a) |
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Gedanken von Kaplan Michael Jäger aus Leipzig |
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| ... hat's nicht eilig. | |
| Es gibt heute so viele andere Möglichkeiten, von einem Ort zum anderen zu kommen, wie Auto, Flugzeug, oder Bahn. Die sind doch viel schneller und sogar bequemer! Warum also ausgerechnet GEHEN!? Vom anatomischen Bau her sind wir Menschen zum Gehen weitaus besser geeignet als zum Schwimmen oder Fliegen. Man könnte sagen, wir sind zum Gehen geschaffen, da gibt es also einen, der will, dass wir gehen, der selbst geht, weil er uns als sein Abbild schuf. Schon die Menschen in früherer Zeit wussten das und sind losgegangen, um für Ihren Glauben besonders wertvolle Orte aufzusuchen. Sie nannten es "pilgern". Natürlich hat sich die Bedeutung des Gehens im Laufe der Zeit verändert: was früher ein Muss war, ist heute aufgrund von netten kleinen und großen Erfindungen einfach nicht zwingend notwendig. Wer also losgeht, folgt nicht nur einer Tradition, einer Rückbesinnung, sondern ist sich dessen, was er tut, in besonderer Weise bewusst. Vielleicht ist es gerade in dieser Zeit wichtig, dass wir bewusst einen Fuß vor den anderen setzen und uns, so verlockend es auch oft ist, nicht nur 'gehen lassen', sondern selbst die Initiative ergreifen und einfach mal losgehn! |
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Gedanken von Florian Sinkwitz aus Schirgiswalde |
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| ... ist froh über jemanden, der ihn auf seinem Weg begleitet. | |
| Wir als Christen gehen einen Weg, der uns manchmal recht unbequem vorkommt, und über Höhen und Tiefen führt. Doch gehen wir diesen Weg nie allein, denn wir haben Jesus zum Gefährten. Er lädt uns ein stets von neuem aufzubrechen, mit Ihm und zu Ihm hin. |
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Gedanken von Markus Ruhs, Priesteramtskandidat aus Crimmitschau |
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| ... begibt sich in Gefahr. | |
| "Paß auf dich auf!", "Geh nicht mit Fremden mit!", "Komm nicht vom rechten Weg ab!" Wer kennt diese guten Ratschläge nicht, die einem die Eltern mit auf den Weg geben, wenn man so "mutterseelenallein" in die böse Welt hinausgelassen wird? Es könnte unterwegs etwas passieren. In der heutigen Zeit weiß man ja nie... Verstehen kann jeder diese Besorgnis. Natürlich kann immer etwas passieren. Leben ist halt gefährlich - lebensgefährlich. In "Lebensgefahr" sind wir schon seit unserer Geburt. Das machen wir uns natürlich nicht dauernd bewußt, da würden wir ja nur noch in Angst leben. Wer los geht, begibt sich in Gefahr. In die Gefahr, daß er unterwegs Fehler macht, Umwege geht, ausgebremst wird... Und trotz dieser Gefahr drängt es uns geradezu danach loszugehen, weil das das Leben spannend macht, das bringt Abwechslung in unser Leben. Wir wollen was erleben. Das Losgehen birgt noch eine Gefahr. Glauben wir, daß einer uns dieses Leben geschenkt hat? Glauben wir, daß genau dieser unser Leben begleitet? Glauben wir, daß wir zu IHM unterwegs sind und er uns am Ende erwartet? Wenn wir losgehen, dann besteht die Gefahr, daß ER unseren Glauben ernst nimmt. Bist Du bereit, Dich dieser Gefahr auszusetzen? Dann geh los! "Preise Gott, den Herrn, zu jeder Zeit; bitte ihn, daß dein Weg geradeaus führt und daß alles, was du tust und planst ein gutes Ende nimmt." Tob 4,19a |
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Gedanken von Sabine Bley, Gemeindereferentin in Wechselburg |
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| ... bricht mit Gepäck auf. | |
| Ich trage auf meinem Weg. "Jesus sprach zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Bahre und geh…" (Mt 9,8) Ich trage an Fähigkeiten, Erlebnissen, Vorstellungen und Beziehungen. Die einzelnen Gepäckstücke ge-brauche ich im Unterwegs-Sein. Dabei sollen sie mir nicht fremd werden! Ich möchte sie nicht verlieren, aber mit anderen teilen! Mein Gepäck begleitet mich und ich werde vertraut. |
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Gedanken von Elisabeth Fedke aus Flöha/Erfurt |
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| ... vertraut seinen eigenen Füßen! | |
| Um losgehen zu können, muss ich sicher sein, dass ich auch vorwärts kommen werde. Ich brauche dafür schon etwas Selbstvertrauen. Kinder lernen so etwas ganz schnell durch Ausprobieren. Die ersten Schritte sind ziemlich wacklig. Aber sie wissen: Andere können das, dann kann ich das auch! Und sie probieren weiter. Wenn ich wirklich losgehen will, dann brauche ich dieses Grundvertrauen in meine eigenen Fähigkeiten. Das kann ich lernen. Oder mir einfach bewusst werden, dass Gott mir diese Fähigkeiten schon längst geschenkt hat. "Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke." Ps 139, 14 |
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Gedanken von Holger Rehländer, Bistumsjugendreferent aus Dresden |
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